Wann sollten Führungskräfte bei Teamkonflikten eingreifen?

 

 

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Sind Konflikte vermeidbar?

Herausfordernde Ziele und unterschiedliche Arten der Kommunikation sorgen allein schon oft für Anspannung oder Missverständnisse. Konflikte und gereizte Stimmung lassen sich in der Zusammenarbeit daher nie vollständig vermeiden. Wenn die Stimmung kippt, stellt sich für Führungskräfte immer wieder die Frage, ob und wann sie in einen Konflikt unter ihren Teamkollegen eingreifen sollen. Keine leicht zu beantwortende Frage! Schließlich ist es wichtig, die Selbstverantwortung der KollegInnen zu respektieren. Andererseits ist es riskant, die Augen zu lange zu verschließen und eine Verschärfung des Konfliktes in Kauf zu nehmen. 

Vor wenigen Tagen haben wir wieder mal ein Konfliktmanagementtraining im Rahmen eines Führungskräfte-Entwicklungsprogrammes durchgeführt. Derzeit online und mithilfe von MURAL. Wir hätten anfangs nicht gedacht, dass man auch so knifflige Themen online gut vermitteln kann. Doch durch das Gestalten einer vertrauensvollen Atmosphäre und der Möglichkeit zum tiefer gehenden Austausch in Breakout Rooms, geht dies erstaunlich gut.

Eskalationsstufen

Dort bestätigte sich erneut unsere Erfahrung, dass der Austausch über die Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl besonders hilfreich für Führungskräfte ist. Diese Stufen verdeutlichen, dass eine Einmischung durch die Teamleitung bei ersten Spannungen und hitzigen Debatten zu früh sein kann. Doch wenn es zu persönlichen Kränkungen kommt, Grüppchenbildung stattfindet und Drohungen ausgesprochen werden ist ein Aussitzen nicht mehr möglich. Helfender Beistand durch Teamkollegen, die Führungskraft oder den Betriebsrat, wird immer wichtiger. Auch das Hinzuziehen von neutralen Dritten sollte ab einer gewissen Konfliktschärfe auf jeden Fall in Betracht gezogen werden. Schon bevor Vertrauen zerstört ist und es zu verbalen oder gar handgreiflichen Übergriffen und Sabotage kommt, sollten Team und Führungskraft keine Scheu davor haben, Hilfe hinzuzuziehen.

Erstaunlich, von welch heftigen Konflikten viele Führungskräfte dabei schon Zeuge geworden sind. Im Seminar bitten wir die TeilnehmerInnen die schwerwiegendste Eskalationsstufe zu markieren, auf der sie im beruflichen Umfeld schon mal Konflikte hautnah miterlebt haben. Im letzten Seminar haben dabei alle neun Teilnehmer Erfahrungen mit den drei heftigsten der acht Eskalationsstufen gemacht. Sie haben Drohungen erlebt, eine Teilnehmerin schilderte körperliche Gewalt gegen sie persönlich und sogar der Wille zur Zerstörung, auch wenn dies den eigenen Job kostet, wurden genannt. 

Konfliktfähigkeit stärken

Für uns zeigt dies umso deutlicher, wie wichtig es ist, die eigene Konfliktfähigkeit zu stärken. Konfliktmanagementtraining sollte Bestandteil jeder Führungskräfte-Entwicklung sein. Auch für Projektleiter, Betriebsräte und HR-Businesspartner ist es hilfreich, leichte, mittelschwere oder schwere Konflikte anhand ihrer Symptome unterscheiden zu können und über ein Skillset zu verfügen, wie sie aus ihrer Rolle heraus mit schwierigen Situationen umgehen sollten. Dieses Wissen hilft nicht nur im beruflichen Umfeld. Genauso kann es auf die Herausforderungen im privaten Bereich angewendet werden.

Als Geschäftsführer sollten Sie hinterfragen, wie es um die Konfliktfähigkeit in Ihrem Unternehmen steht. Lassen Sie sich dabei nicht täuschen. In der Kommunikation innerhalb der Hierarchie werden heikle Themen oft heruntergespielt. Wenn bei Ihnen nur eitel Sonnenschein ankommt, heißt es nicht zwangsläufig, dass es in Ihrem Unternehmen keine Konflikte gibt. Wir empfehlen Ihnen hellhörig zu sein, und geäußerte Andeutungen über die Eskalation von Konflikten ernst zu nehmen. 

 

Sie wollen das Thema für Ihr Unternehmen näher beleuchten? Wir freuen uns über ein erstes Kennenlerngespräch. Hier finden Sie unsere Kontaktdaten